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Königliches Schloss

Foto: Andreas Haldorsen, CC BY-SA 4.0

Norwegische Monarchie

Audioguide Königliches Schloss (Det kongelige slott)

Oslo · 4 Stationen · 40 Min.

Ein klassizistisches Schloss, erbaut für einen französischen Marschall, der König wurde, der starb, ohne es je zu bewohnen, und das erst nach der Unabhängigkeit von 1905 ganz norwegisch wurde.

  • 40 Min. Audio
  • Klassizistische Architektur

Das Königliche Schloss von Oslo wurde zwischen 1824 und 1849 als norwegische Residenz von Karl Johan errichtet, geboren als Jean Baptiste Bernadotte, Marschall Napoleons und Gründer der Dynastie Bernadotte. Der Entwurf stammt vom Architekten Hans Ditlev Franciscus Linstow, und das Gebäude schließt das obere Ende der Karl Johans gate ab. Es ist weiterhin die offizielle Residenz des norwegischen Königs in Oslo.

Der Kontrast liegt in der Geschichte seiner Bewohner. Der König, der es in Auftrag gab, starb 1844, ohne je dort gelebt zu haben, und das Schloss wurde erst ab 1905 zum festen Zuhause. Heute teilt eine bewusst bürgernahe Monarchie es mit der Stadt: Sie grüßt jeden 17. Mai vom Balkon einen Kinderumzug und hält den umgebenden Park offen.

Highlights

  • Reiterstandbild von Karl Johan, das größte Bronzestandbild Norwegens
  • Klassizistische Fassade mit drei Flügeln und 173 Zimmern
  • Wachablösung der Königlichen Garde, täglich um 13.30 Uhr
  • Hauptbalkon des Kinderumzugs am 17. Mai
  • Slottsparken, ein Park von rund 22 Hektar mit freiem Zugang

Die Geschichte des Königlichen Schlosses von Oslo beginnt mit einer ungewöhnlichen Entscheidung: Ein ausländischer König wählte um 1821–1822 diesen Hügel, um seine norwegische Residenz zu errichten. Karl Johan, der französische Marschall Napoleons, der auf dem Thron von Schweden und Norwegen landete, beauftragte Linstow mit dem Entwurf, und die Bauarbeiten zogen sich von 1824 bis 1849 hin. Mehr als ein einzelnes Gebäude ist es der Abschluss einer zeremoniellen Achse: Die große Allee, die zur Stadt hinabführt, erhielt 1852 zu Ehren des bereits verstorbenen Königs den Namen Karl Johans gate. Wer wissen möchte, was es im Königlichen Schloss von Oslo zu sehen gibt, findet einen Vorplatz, ein Standbild, eine Garde und einen Park, und hinter all dem die Geschichte, wie eine importierte Krone norwegisch wurde. Das ganze Erlebnis erschließt sich beim Rundgang mit dem Audioguide. Das Schloss ist neben der Festung Akershus einer der Sitze der Macht in Oslo. Vom Schloss gelangt man nach Frogner zum Vigeland-Park.

Der König zu Pferd, der nie hier wohnte

Karl Johan-statuen

Zusammenfassung dieser Station

Der Schlossplatz, Slottsplassen, wird vom Reiterstandbild Karl Johans beherrscht, einem Werk des norwegischen Bildhauers Brynjulf Bergslien. Es wurde am 7. September 1875 von König Oscar II. eingeweiht und ist das größte Bronzestandbild Norwegens. Der berittene Monarch blickt die Karl Johans gate hinab auf die Stadt.

Der erste Kontrast ist die Figur selbst: ein französischer Marschall, geboren als Jean Baptiste Bernadotte, zum König geworden und in Bronze auf einem norwegischen Hügel verewigt. Auf dem Sockel ist sein persönlicher Wahlspruch eingraviert, „Folkets kjærlighed min belönning“ („Die Liebe des Volkes, mein Lohn“), und auf der anderen Seite die Inschrift „Det norske folk reiste dette minde“ („Das norwegische Volk errichtete dieses Denkmal“).

Zu Füßen des Standbilds beginnt auch die Geschichte der Achse, die seinen Namen trägt. Linstow schlug 1838 eine große Allee vor, die das Schloss mit der Stadt verbinden sollte, und ihr westlicher, breitester Abschnitt wurde in den 1840er-Jahren gebaut. Was der König mit seinem Schloss tat und was er nicht mehr tun konnte, erzählt die Erzählung ausführlicher, direkt vor dem Standbild.

Die importierte Krone, die norwegisch wurde

Det kongelige slott

Zusammenfassung dieser Station

Vor der Fassade zeigt sich ein klassizistisches Gebäude mit drei Flügeln und drei Geschossen, mit verputztem Ziegel und einem von Säulen getragenen Giebel über dem Mittelbau. Die Flügel zeichnen ein zum Platz hin offenes U. Dieser Entwurf ist das Ergebnis von Kürzungen: Karl Johan legte am 1. Oktober 1825 den Grundstein, die Kosten der Fundamente sprengten das Budget, und die Arbeiten ruhten von 1827 bis 1833. Aus wirtschaftlichen Gründen wurde der ursprüngliche H-förmige Grundriss zu einem einfacheren U verkleinert, und der Säulengiebel kam erst ganz am Ende hinzu.

Karl Johan starb 1844, ohne je in seinem Schloss gewohnt zu haben. Sein Sohn Oscar I. nahm es am 15. März 1849 in Besitz und weihte es am 26. Juli desselben Jahres gemeinsam mit Königin Josephine offiziell ein. Die Könige der Union, mit Hauptsitz in Stockholm, nutzten es nur gelegentlich. Nach der Auflösung der Union mit Schweden 1905 machte Haakon VII., der dänische Prinz Carl, der zum König von Norwegen gewählt worden war, es zu seinem festen Zuhause. Das Schloss hat 173 Zimmer, und öffentliche Besuche im Inneren wurden erst 2002 eröffnet; nur im Sommer wird es im Inneren mit Führung besichtigt.

Über dem Eingang liegt der Hauptbalkon, der symbolträchtigste Punkt des Schlosses. Jeden 17. Mai, am Verfassungstag, grüßt die Königsfamilie von dort den barnetog, den Kinderumzug, der mit kleinen Fahnen winkend die Karl Johans gate hinaufzieht. Der belegten Überlieferung zufolge führten Haakon VII. und Königin Maud den Brauch 1906 ein, und er wurde bis auf 1910 und die Jahre der Besatzung beibehalten. Heute führt ihn die fünfte Generation der Königsfamilie fort.

Die Wachablösung und ihr Pinguin-General

Slottsplassen

Zusammenfassung dieser Station

Vor den Wachhäuschen der Fassade hält die Königliche Garde Wache, Hans Majestet Kongens Garde, 1856 unter Oscar I. gegründet. Ihre Hauptwachablösung findet täglich um 13.30 Uhr auf dem Slottsplassen statt und ist der einzige Moment mit Bewegung und Zeremoniell auf dem Rundgang.

Der Feierlichkeit der Uniformen steht ein humorvoller Gegenpol gegenüber. Der belegten Überlieferung zufolge hat das Regiment seit 1972 ein ungewöhnliches Maskottchen: einen Königspinguin aus dem Zoo von Edinburgh namens Nils Olav, adoptiert im Zuge seiner Besuche beim Militärtattoo der schottischen Stadt. Der Pinguin ist im Rang aufgestiegen: 2008 wurde er mit Zustimmung von König Harald V. zum Ritter geschlagen, als erster Pinguin, der im norwegischen Heer zum Ritter erhoben wurde, und 2023 wurde er zum Generalmajor befördert, der ranghöchste Pinguin der Welt.

Es ist die Art von Detail, die niemand von einer königlichen Garde erwartet und die viel über den Humor sagt, mit dem diese Monarchie sich selbst nimmt. Den Rest der Geschichte hebt sich der Audioguide auf, zu hören vor den Wachposten.

Ein offener Park und ein König in der Straßenbahn

Slottsparken

Zusammenfassung dieser Station

Hinter dem Schloss erstreckt sich der Slottsparken, ein Park von rund 22 Hektar mit Rasenflächen, Teichen und Statuen, täglich kostenlos für die Öffentlichkeit geöffnet. Der formellste Teil, der Königinnenpark (Dronningparken), öffnet saisonal. Es ist eine große grüne, begehbare Fläche, die eine noch genutzte Königsresidenz umgibt und die Idee einer Monarchie zusammenfasst, die sich rühmt, keine Distanz zu brauchen.

König Harald V. regiert seit dem 17. Januar 1991, als er seinem Vater Olav V. nachfolgte. Er, Olav V. und sein Großvater Haakon VII. führten denselben königlichen Wahlspruch, „Alt for Norge“ („Alles für Norwegen“), den einzigen, den das unabhängige Norwegen seit 1905 hatte.

Mit dieser Bürgernähe verbindet sich eine Episode aus der Überlieferung. Während der Ölkrise 1973, als das Autofahren an Wochenenden eingeschränkt war, soll Olav V., bekannt als „Folkekongen“, der Volkskönig, seine Skikleidung angezogen und wie ein gewöhnlicher Fahrgast die Vorortbahn von Holmenkollen genommen haben. Auf die Frage nach dem fehlenden Geleitschutz antwortete er, er habe „vier Millionen Leibwächter“: die gesamte Bevölkerung Norwegens. Die vollständige Erzählung der Szene ist im Park selbst zu hören.

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