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Ao-Nang-Strand

Foto: Максим Улитин, CC BY 3.0

Strand und Karst

Audioguide Ao-Nang-Strand (Hat Ao Nang)

Krabi · 5 Stationen · 45 Min.

Ein Strand ohne Anlegestelle, an dem die Longtail-Boote direkt im Sand einsteigen lassen, vor Kalksteintürmen aus einem uralten Meer. Aus dem Fischerdorf wurde das große Schaufenster des Tourismus in der Provinz Krabi.

  • 45 Min. Audio
  • Strand und Kalksteintürme

Der offizielle Name des Ortes lautet Ao Phra Nang, „Bucht der Prinzessin“, doch alle verwenden die Kurzform: Ao Nang. Um 2005 war das einstige Fischerdorf bereits eines der großen Reiseziele Thailands. Die ersten Reisenden, die den Ort bekannt machten, waren Rucksacktouristen, die zum Klettern an den Karstformationen von Krabi kamen, mit den meisten Routen in Railay, Ton Sai und Phra Nang. Seit 1999 bedient der Internationale Flughafen Krabi die Provinz, und seine Nähe ließ Ao Nang vom Rucksackrefugium zum gehobeneren Reiseziel werden.

Am Strand gibt es keine Anlegestelle: Die Longtail-Boote fahren an beiden Enden ab und kommen dort an, und die Fahrgäste werden beim Einsteigen nass, zumindest an den Füßen und wahrscheinlich mehr. Die Überfahrt nach Rai Leh West und Ton Sai dauert etwa 10 Minuten. Hinter dieser Postkartenidylle erinnern der Abfluss, der 2017 den Einstiegssand verschmutzte, und eine umfassende Abwasserlösung, die in jenem Jahr weiter blockiert war, daran, dass der touristische Erfolg eine weniger sichtbare Seite hat.

Highlights

  • Keine Anlegestelle — Die Longtail-Boote nehmen ihre Fahrgäste an beiden Strandenden im Sand auf, die Überfahrt nach Rai Leh West und Ton Sai dauert etwa 10 Minuten
  • Khlong Haeng — Der „trockene Bach“ und seine Brücke, an der die Ao Nang Road zur Nopparat Thara Road wird
  • Tsunami-Warnturm — Sirenen neben der Marlin-Statue, im Schatten des 26. Dezember 2004
  • Hochsaison — Vom 1. November bis 30. April, mit Abrissen von Fassaden ab dem 1. Mai
  • Kalksteinfelsen — Kalk aus den Skeletten von Meeresorganismen, später vom Regen geformt

Der Ao-Nang-Strand ist für einen Großteil der Reisenden schlicht „Krabi“. Sein offizieller Name lautet Ao Phra Nang, „Bucht der Prinzessin“, und die Kurzform verwenden alle. Um 2005 zählte das ruhige Fischerdorf bereits zu den großen Reisezielen Thailands, und heute ist es das große Schaufenster der Provinz: ein Strand ohne Anlegestelle, eine durchgehende Front aus Geschäften, Restaurants und Ausflugsagenturen und dahinter Kalksteintürme, die das Meer als Erbe zurückgelassen hat.

Die Geschichte des Ao-Nang-Strandes lässt sich in Schichten lesen. Zuerst kamen die Rucksackreisenden auf der Suche nach Kletterrouten im Karst von Krabi; danach rückte ab 1999 der Internationale Flughafen Krabi die Provinz näher an den Rest der Welt, und der Ort wurde vom Rucksackrefugium zum gehobeneren Reiseziel. Zu verstehen, was es am Ao-Nang-Strand zu sehen gibt, heißt, diesem Rundgang mit fünf Stationen zu folgen, vom Bach am Westende bis zum Felsen am Ostende, begleitet vom EarGuide-Audioguide. Dieselbe Bucht setzt sich nach Norden im Nopparat-Thara-Strand fort, und die Longtail-Boote ab Ao Nang queren zum Railay-West-Strand und zum Phra-Nang-Höhlenstrand, dessen Prinzessin der Bucht ihren Namen gibt.

Ein trockener Bach, der Namen verändert

Khlong Haeng

Zusammenfassung dieser Station

Der Rundgang beginnt am Südufer des Khlong Haeng, des „trockenen Bachs“, eines kleinen Wasserlaufs, der die Küste am Westende durchschneidet. Zusammen mit einer unüberwindbaren Landzunge trennt er den Ao-Nang-Strand vom Nopparat-Thara-Strand. Über das Bett führt eine Brücke, und auf dieser Brücke wird die Ao Nang Road zur Nopparat Thara Road: ein Verwaltungsdetail, das ganz wörtlich markiert, wo ein Ort endet und ein anderer beginnt.

Der Name des Strandes birgt noch eine weitere Schicht. Ao Phra Nang wird als „Bucht der Prinzessin“ übersetzt, doch die Bedeutung von „Phra Nang“ ist umstritten: Die Lesart als „Prinzessin“ besteht neben der Deutung von Phra Nang als lokaler Göttin, die in einer Höhle der Halbinsel Railay verehrt wird, und weder die Etymologie noch die zugehörige Legende verfügen über eine solide Quellenbasis.

Im allgemeinen Sprachgebrauch der Reisenden wird Ao Nang nach einer verbreiteten Meinung oft einfach „Krabi“ genannt, obwohl die Provinzhauptstadt ein anderer Ort ist. Wie ein Strand am Ende den Namen einer ganzen Provinz an sich zog, entfaltet die Erzählung genau an dieser Stelle.

Bänder am Bug, Inseln am Horizont

Longtail-Boote auf dem Sand

Zusammenfassung dieser Station

An der Longtail-Anlegestelle am Westende warten die hölzernen Boote auf den Sand gezogen. Es gibt keinen Steg: Die Fahrgäste steigen mit Wasser an den Beinen ein, und die Boote fahren an beiden Enden des Strandes ab und kommen dort an. Die Überfahrt nach Rai Leh West und Ton Sai dauert etwa 10 Minuten.

An den hohen Bügen sind bunte Stoffbänder festgebunden. Nach der Überlieferung thailändischer Fischer ist der Bug die Wohnstätte von Mae Ya Nang, dem weiblichen Geist, der das Boot beschützt, und vor dem Auslaufen zum Fischfang werden ihr Stoffe, Blumen und Räucherwerk dargebracht. Die Bänder, die an jedem Bug wehen, wären in dieser Lesart die Opfergabe an die unsichtbare Herrin des Bootes.

Am Horizont zeichnen sich die Silhouetten von Kalksteininseln ab: die Gruppe von Ko Poda, bestehend aus Ko Poda, Ko Kai, Ko Mo und Ko Thap, etwa 8 km von Ao Nang entfernt, und dahinter Ko Hong. Der Archipel Mu Ko Poda wird vom Nationalpark Hat Noppharat Thara–Mu Ko Phi Phi verwaltet, der 1983 gegründet wurde und auf 388 km² Korallenriffe schützt. Die Verbindung zwischen dem Sand und diesem geschützten Meer ist einer der roten Fäden des Audioguides.

Der Sirenenturm und die Welle von 2004

Marlin-Statue

Zusammenfassung dieser Station

Vor der Promenade, neben der Ao Nang Road, erhebt sich die Skulptur eines Marlins, und daneben steht ein Metallturm mit Sirenen für Tsunami-Warnungen. Mitten in der Postkartenkulisse lädt dieser Turm dazu ein, das Meer anders zu betrachten: Der Tsunami vom 26. Dezember 2004 richtete an der Küste von Krabi umfangreiche Schäden an, die Provinz zählte am 7. Januar 2005 476 Tote.

Die fünf Wochen später gezogene Hotelbilanz zeichnet zwei Welten innerhalb derselben Gemeinde. Nach den zeitgenössischen Unterlagen war das Phi Phi Princess Resort am 1. Februar 2005 noch geschlossen und sollte frühestens in zwei Jahren wieder öffnen, während am Ao-Nang-Strand das Ao Nang Beach Resort, das Ao Nang Villa Resort, The Cliff Ao Nang, das Ao Nang Buri, das Ao Nang Paradise und das Best Western Aonang Bay normal in Betrieb waren.

Dieser Unterschied ist von Bedeutung, weil der Tambon Ao Nang in 8 Dörfer gegliedert ist und das siebte Ban Ko Phi Phi heißt: Die Phi-Phi-Inseln, einschließlich der Maya Bay, unterstehen verwaltungsmäßig Ao Nang. Dort liegt auch ein langer Rechtsstreit: 1999 verklagten die Provinz- und die Tambon-Verwaltung diejenigen, die 20th Century Fox die Dreharbeiten zu „The Beach“ in der Maya Bay genehmigt hatten, und forderten 100 Millionen Baht für Umweltschäden; der Oberste Gerichtshof setzte die Urteilsverkündung auf den 13. September 2022 fest, 23 Jahre später.

Fassaden, die jeden ersten Mai fallen

Promenade der Ao Nang Road

Zusammenfassung dieser Station

Die Promenade der Ao Nang Road ist eine durchgehende Front aus Geschäften, Restaurants und Ausflugsagenturen unmittelbar am Strand, das sichtbare Gesicht der touristischen Umwandlung. Die Hochsaison dauert vom 1. November bis zum 30. April; am 1. Mai beginnen die Abrisse, und viele Geschäftsfassaden werden niedergerissen, um vor der nächsten Saison neue zu errichten. Das Schaufenster funktioniert so wie eine Kulisse, die jedes Jahr neu aufgebaut wird.

Unter dieser Kulisse zeigt sich die weniger sichtbare Seite des Erfolgs. Am 8. Februar 2017 meldeten Touristen und Longtail-Bootsführer schwarzes Abwasser, das aus einem Abfluss kam, am Strand stehen blieb und ins Meer mündete, genau dort, wo die Fahrgäste auf den Einstieg warten.

Die umfassende Abwasserentsorgung von Ao Nang, seit 2008 von der Verwaltungsorganisation des Tambon beantragt, blieb 2017 blockiert, weil sie mehr als 300 Millionen Baht erforderte. Die bestehende Kläranlage behandelt rund 3.000 m³ Abwasser pro Tag, eine unzureichende Kapazität. Was von dieser Spannung zwischen Postkarte und Abfluss bleibt, stellt die Erzählung direkt vor der Promenade zur Diskussion.

Die Wand aus Skeletten des Meeres

Kalksteinfelsen am Ostende

Zusammenfassung dieser Station

Der Rundgang endet unter dem Kalksteinfelsen am Ostende, einer bewachsenen Wand, die den Strand abschließt, den Weg nach Railay markiert und das nächstgelegene Beispiel für die Karsttürme von Krabi ist. Es ist zugleich die Station, die die längste Geschichte der Route erzählt.

Der Kalkstein dieser Küste entstand aus dem Calciumcarbonat von Skeletten von Meeresorganismen, die vor Hunderten Millionen Jahren in einem flachen Meer abgelagert wurden. Danach formte der Regen, in den Tropen leicht sauer, ihn zu Türmen. Dieses Gestein erklärt, warum zuerst die Kletterer mit ihren Routen in Railay, Ton Sai und Phra Nang kamen und später die Flugzeuge, mit dem 1999 eröffneten internationalen Flughafen.

Vom Meer, das die Wand schuf, bis zum Meer, das heute den Einstiegssand umspült, schließt die letzte Station den Kreis des Strandes, und das überraschendste Detail bleibt dem Audioguide vor Ort vorbehalten.

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