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Bajra-Sandhi-Denkmal

Foto: Christophe95, CC BY-SA 4.0

Erinnerung an die Unabhängigkeit

Audioguide Bajra-Sandhi-Denkmal (Monumen Perjuangan Rakyat Bali Bajra Sandhi)

Denpasar · 3 Stationen · 60 Min.

Eine Priesterglocke aus Stein, 45 Meter hoch, mitten auf der weiten Wiese von Renon. Ihre Tore, Pfeiler und ihre Höhe schreiben ein Datum, und im Inneren erzählen 33 Dioramen, wie Bali lieber sterben als sich ergeben wollte.

  • 60 Min. Audio
  • Denkmal der Unabhängigkeit

Das Denkmal des Kampfes des balinesischen Volkes entstand um 1980 als Idee des Gouverneurs Ida Bagus Mantra. Ein Jahr später gewann der Architekt Ida Bagus Gede Yadnya den Entwurfswettbewerb; die Bauarbeiten begannen 1987, wurden vor der Fertigstellung unterbrochen, und eingeweiht wurde das Denkmal erst am 14. Juni 2003 von Präsidentin Megawati Sukarnoputri. Es erhebt sich auf 13,8 Hektar, mit 4.900 Quadratmetern Baufläche, auf der Wiese vor dem Sitz der Regierung von Bali.

Das ganze Bauwerk ist ein Datum. Die 17 Eingangstore, die 8 Hauptpfeiler und die 45 Meter Höhe ergeben 17-8-45, den 17. August 1945, an dem Indonesien seine Unabhängigkeit erklärte. Und die Silhouette ist kein Zufall: Sie bildet die Bajra nach, die Glocke, die der höchste balinesisch-hinduistische Priester beim Rezitieren seiner Mantras läutet, umgeben von einem Teich, der an Ksirarnawa erinnert, das Milchmeer des hinduistischen Mythos.

Highlights

  • Glockenförmiger Turm — 45 Meter Stein in der Gestalt der Bajra eines Hohepriesters
  • Tore und Pfeiler — 17 Tore und 8 Pfeiler, die den 17. August 1945 schreiben
  • Teich am Sockel — Wasser, das an Ksirarnawa erinnert, das Milchmeer des hinduistischen Mythos
  • Dioramen-Etage — 33 Szenen des balinesischen Kampfes, von der Vorgeschichte bis zur Unabhängigkeit
  • Aussichtsplattform — Wendeltreppe zu einem weiten Blick über Denpasar

Im Viertel Renon, gegenüber dem Sitz der Regierung von Bali, steht in der Mitte der Wiese, die auf den Karten Lapangan Puputan Margarana heißt, ein Steinturm in Form einer Glocke. Es ist das Bajra-Sandhi-Denkmal, offiziell Monumen Perjuangan Rakyat Bali Bajra Sandhi, das Denkmal für den Kampf des balinesischen Volkes. Es ist 45 Meter hoch, nimmt ein Gelände von 13,8 Hektar mit 4.900 Quadratmetern Baufläche ein und birgt in seinem Inneren 33 Dioramen, die die Geschichte der Insel von der Vorgeschichte bis zur Unabhängigkeit erzählen.

Die Geschichte des Bajra-Sandhi-Denkmals ist die eines langen Bauvorhabens. Die Idee ging um 1980 von Gouverneur Ida Bagus Mantra aus; 1981 gewann der Architekt Ida Bagus Gede Yadnya den Entwurfswettbewerb; der Bau begann 1987 und wurde vor der Fertigstellung unterbrochen. Präsidentin Megawati Sukarnoputri weihte es am 14. Juni 2003 ein. Manche indonesischen Quellen nennen den 14. Juni 2013, doch Megawati war nur zwischen 2001 und 2004 Präsidentin, weshalb 2003 als Referenzdatum gilt.

Die Architektur des Bajra-Sandhi-Denkmals funktioniert wie ein Code: Tore, Pfeiler und Höhe schreiben den Tag, an dem Indonesien geboren wurde, und die Form der Priesterglocke macht das Ganze zu einer Opfergabe. Was es am Bajra-Sandhi-Denkmal zu sehen gibt, gliedert sich in drei Stationen, von der Wiese bei der Ankunft über die Dioramen bis zur Plattform an der Spitze, und der Sinn jeder Station erschließt sich erst beim Rundgang mit dem Audioguide.

Zusammen mit dem Puputan-Platz, dem Ort des Puputan, bildet es ein Paar von Denkmälern des balinesischen Widerstands: Dieses hier ist das Museum des Kampfes. Das Bali-Museum liegt rund 2,3 Kilometer Luftlinie entfernt, der Sanur-Strand mit dem Le-Mayeur-Museum rund 3,3.

Ein Bauwerk, das ein Datum ist

Ankunft über die Wiese

Zusammenfassung dieser Station

Der Weg führt zu Fuß über die Wiese, von Süden her, zum Haupttor. Von dort zeigt der Turm, was er ist: eine Bajra, die Glocke, die der höchste balinesisch-hinduistische Priester beim Rezitieren seiner Mantras schwingt, mit einem Schaft, der sich aus einem breiten Sockel erhebt. Ringsum umgibt ein Teich den Sockel; das Wasser wird mit Ksirarnawa verglichen, dem Milchmeer der hinduistischen Mythologie.

Das Gelände birgt außerdem eine Zahl. Die 17 Eingangstore, die 8 Hauptpfeiler und die 45 Meter Höhe ergeben 17-8-45, den 17. August 1945, das Datum der Unabhängigkeitserklärung Indonesiens. Der Entwurf stammt aus dem Wettbewerb, den 1981 Ida Bagus Gede Yadnya nach einer Idee von Gouverneur Ida Bagus Mantra gewann, und es dauerte über zwei Jahrzehnte, bis er vollendet war: Die Arbeiten begannen 1987, ruhten, und die Einweihung kam 2003.

Eine religiöse Glocke für ein Denkmal des Kampfes und ein Datum, in Stein und Wasser geschrieben. Wie sich diese doppelte Botschaft von der Wiese aus lesen lässt, zeigt sich beim Hören der Erzählung an Ort und Stelle.

Dreiunddreißig Fenster zum Ende

Die Dioramen

Zusammenfassung dieser Station

Im Inneren des Turms, im oberen Stockwerk, zeigen 33 Gemälde und Dioramen in chronologischer Folge die Geschichte des Kampfes des balinesischen Volkes, von der Vorgeschichte bis zur Unabhängigkeit. Darunter sind die Puputan von Badung und von Klungkung. Das Wort stammt vom balinesischen puput, «beenden», und bezeichnet einen letzten verzweifelten Angriff oder einen rituellen Massentod statt der Kapitulation. In Denpasar fiel am 20. September 1906 die weiß gekleidete Prozession des Raja unter niederländisches Feuer.

Zwei Jahre später, am 18. April 1908, führte Dewa Agung Jambe, Raja von Klungkung, mit etwa 200 Gefolgsleuten einen letzten Ausfall gegen die Niederländer an. Als er erschossen zusammenbrach, nahmen sich seine sechs Frauen mit ihren Kris das Leben, und das übrige Gefolge folgte ihnen. Das dritte Ende kam in Margarana in Tabanan am 20. November 1946: Der Unabhängigkeitskämpfer I Gusti Ngurah Rai führte das letzte Puputan gegen die zurückgekehrten niederländischen Truppen an und fiel an der Seite seiner Männer. Heute trägt der internationale Flughafen von Bali seinen Namen.

Eine dokumentierte Überlieferung bewahrt seine Antwort, als der niederländische Offizier ter Meulen ihm Verhandlungen vorschlug: ein Brief, in dem Ngurah Rai jeden Kompromiss ablehnte und im Namen des Volkes den Abzug der Niederländer aus Bali forderte. Drei Puputan in vierzig Jahren und ein Ablehnungsbrief, der zum Drehbuch des letzten wurde.

Wozu das Ende diente

Aussichtsplattform

Zusammenfassung dieser Station

Eine Wendeltreppe führt zur Plattform an der Spitze, von der sich der Blick über Denpasar öffnet. Unten liegt die Wiese von Renon vor dem Sitz der Regierung von Bali, derselbe Raum, den die Karten als Lapangan Puputan Margarana führen, und das Gelände von 13,8 Hektar, auf dem das Denkmal 4.900 Quadratmeter Baufläche einnimmt.

Von oben begreift man den Platz Denpasars in dieser Geschichte: Die Stadt des Puputan von 1906 wurde 1958 Sitz der Regierung der Provinz Bali, und das Verwaltungsviertel rund um das Denkmal ist die sichtbare Gestalt dieser Hauptstadt. Nach den Dioramen antwortet das Alltagsbild der Wiese auf das, was die Säle unten erzählen, und diese Antwort vervollständigt sich beim Hören der Erzählung hoch oben auf dem Turm.

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