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Bali-Museum

Foto: Sho Horiuchi, CC0

Ältestes Museum Balis

Audioguide Bali-Museum (Museum Bali)

Denpasar · 4 Stationen · 75 Min.

Vier Jahre nachdem der Königspalast von Denpasar 1906 niedergebrannt war, errichteten balinesische Baumeister und Prinzen daneben ein Haus für ihre eigene Kultur. Das Bali-Museum wirkt zugleich wie Palast und Tempel: gespaltene Tore, ein Trommelturm und Pavillons, die mit dem Akzent jeder Region der Insel sprechen.

  • 75 Min. Audio
  • Architektur aus Palast und Tempel

Das Bali-Museum ist das älteste der Insel. Angestoßen wurde es 1910 von W.F.J. Kroon, dem niederländischen Assistent-Residenten für Südbali, und im selben Jahr wurde sein erstes Gebäude fertig, das Gedung Arca, bezahlt vom balinesischen Adel von Tabanan, Buleleng und Karangasem. Gebaut haben es die balinesischen Baumeister (undagi) I Gusti Gede Ketut Kandel und I Gusti Ketut Rai gemeinsam mit dem deutschen Architekten Curt Grundler, und für die Öffentlichkeit öffnete es am 8. Dezember 1932.

Das Gelände liegt neben dem Grundstück des alten Königspalasts von Denpasar, der während der niederländischen Intervention von 1906 niederbrannte, und dieser Palast diente als Vorbild für seine Außenmauern und Höfe. Vom ursprünglichen Palast sind Architekturskizzen in der Sammlung des Museums erhalten; von seinen rauchenden Ruinen die Gemälde eines niederländischen Künstlers.

Highlights

  • Candi bentar — Tor, in zwei Hälften aus Backstein und Stein gespalten, an der Jalan Mayor Wisnu
  • Kulkul-Turm — Hoher Backsteinturm mit einer ausgehöhlten Holztrommel unter einem kleinen Dach
  • Drei Höfe — Jaba, jaba tengah und jeroan, rund 2.600 Quadratmeter im Grundriss von Palast und Tempel
  • Regionale Pavillons — Tabanan, Karangasem und Buleleng: Theatermasken, Instrumente, Skulpturen, Gemälde und Textilien
  • Archäologischer Pavillon — Eine zeremonielle Bronzezeit-Trommel, eine Bronzelanze und eine Statuette des Acintya

Auf der Ostseite des Taman Puputan, des zentralen Platzes von Denpasar, steht das Bali-Museum (Museum Bali), das älteste Museum der Insel. Von außen wirkt es nicht wie ein Museum: Backsteinmauern, gespaltene Tore, ein Trommelturm und Pavillons bilden eine Anlage, die zugleich den Grundriss eines Palasts und eines Tempels hat. Das ist kein Zufall. Die Anlage nimmt rund 2.600 Quadratmeter ein, verteilt auf drei Höfe, neben dem Grundstück des alten Königspalasts von Denpasar, der während der niederländischen Intervention von 1906 niederbrannte, und dieser Palast diente als Vorbild für Mauern und Höfe.

Die Geschichte des Bali-Museums beginnt 1910, als der niederländische Assistent-Resident W.F.J. Kroon das Projekt anstieß und das erste Gebäude, das Gedung Arca, fertig wurde. Balinesische Fürstenhäuser finanzierten es, und Baumeister der Insel errichteten es mit einem deutschen Architekten. Für die Öffentlichkeit öffnete es am 8. Dezember 1932, mit einer von W.F. Stutterheim vom archäologischen Dienst gegründeten Stiftung zur Verwaltung der Sammlung. 1965 ging es an die Zentralregierung über und kehrte 2000 in die Hand der Provinzregierung von Bali zurück. Was es im Bali-Museum zu sehen gibt, erschließt sich am besten Hof für Hof, mit dem 75-minütigen Audioguide, der den Rundgang vom Straßentor bis zu den ältesten Stücken begleitet.

Das Museum steht auf dem Grundstück des beim Puputan von 1906 zerstörten Palasts, neben dem Puputan-Platz, und teilt die Platzseite mit dem Pura Jagatnatha. Seine archäologischen Sammlungen knüpfen an die Ursprünge Balis an, die der Pura Blanjong mit der ältesten datierten Inschrift der Insel bewahrt.

Ein Tor, das zu einem Palast oder einem Tempel gehören könnte

Tor des Museums

Zusammenfassung dieser Station

Der Rundgang beginnt an der Straße, an der Jalan Mayor Wisnu, vor einem candi bentar: einem Tor in Form eines in zwei Hälften aus Backstein und Stein gespaltenen Turms. Es ist die Schwelle eines Gebäudes, das zugleich Palast und Tempel sein möchte.

Hinter diesem Tor liegt ein gewichtiges Datum. 1910, vier Jahre nach der Zerstörung des Palasts von Denpasar, setzte der Assistent-Resident W.F.J. Kroon das Museum in Gang, und das Gedung Arca, sein erstes Gebäude, wurde fertig. Bezahlt hat es der balinesische Adel von Tabanan, Buleleng und Karangasem, gebaut haben es die undagi, die balinesischen Baumeister, I Gusti Gede Ketut Kandel und I Gusti Ketut Rai, gemeinsam mit dem deutschen Architekten Curt Grundler. Baumeister und Herrscher der Insel errichteten so ein Haus für ihre eigene Kultur, und der Sinn dieser Geste in jenem Moment enthüllt sich in der Erzählung am Tor.

Der Trommelturm und der verschwundene Palast

Kulkul-Turm

Zusammenfassung dieser Station

Im Außenhof erhebt sich der Kulkul-Turm, ein hoher Backsteinturm, der unter einem kleinen Dach eine ausgehöhlte Holztrommel birgt. Die Anlage gliedert sich in drei Höfe, jaba, jaba tengah und jeroan, jeder mit eigenem Tor, zwischen candi bentar und candi kurung, in der Anordnung eines Palasts und eines Tempels.

Diese Anordnung ist weitgehend eine Erinnerung in Backstein. Das Museum liegt neben dem Grundstück des alten Königspalasts von Denpasar, der bei der niederländischen Intervention von 1906 niederbrannte, und dieser Palast war das Vorbild für seine Außenmauern und Höfe. Die Sammlung selbst bewahrt Architekturskizzen des ursprünglichen Puri Agung Denpasar.

Dazu kommt eine dokumentierte Überlieferung: Der niederländische Künstler W.O.J. Nieuwenkamp kam nach der Intervention von 1906 nach Bali und malte die von den niederländischen Truppen zerstörten Ruinen von Denpasar, womit er die letzten Bilder der alten Hauptstadt hinterließ. Die einzigen Bilder des Palasts, den das Museum nachahmt, sind somit Gemälde seiner rauchenden Ruinen.

Masken, Textilien und ein Kampf, der nie endet

Regionale Pavillons

Zusammenfassung dieser Station

Im mittleren Hof verteilen sich die regionalen Pavillons, jeder mit Namen und Baustil einer Region der Insel. Tabanan bewahrt Theatermasken und Musikinstrumente; Karangasem Skulpturen und Gemälde; Buleleng Textilien. Jeder Pavillon spricht mit seinem eigenen Akzent.

Dieser Hof ist auch der Ort der beiden zentralen Gestalten des balinesischen Ritualdramas: Barong, der löwengestaltige Beschützer und König der guten Geister, und Rangda, die Hexenkönigin. Im Barong-Tanz endet ihr ewiger Kampf mit dem Sieg des Barong und der Flucht der Rangda, die immer wiederkehrt. Ein Kampf, der eher Gleichgewicht lehrt als Triumph, und dessen Sinn zwischen den Pavillons in aller Ruhe erzählt wird.

Eine Bronzetrommel und der undenkbare Gott

Archäologischer Pavillon

Zusammenfassung dieser Station

Im östlichen Pavillon, dem archäologischen, warten die ältesten Stücke: eine zeremonielle Trommel aus der Bronzezeit, eine Bronzelanze und eine Statuette des Acintya. Acintya, auch Sang Hyang Widhi Wasa genannt, ist der höchste, formlose Gott des balinesischen Hinduismus, der Religion, zu der sich rund 86 bis 87 % der Bevölkerung Balis bekennen.

Der Saal schließt auch die Geschichte des Museums selbst ab. Am 5. Januar 1965 ging es an die Zentralregierung über und kehrte mit der regionalen Autonomie im Jahr 2000 zur Provinzregierung von Bali zurück: ein Besitz, der nach Jakarta reiste und zurückkam. Wie man einen Gott darstellt, der keine Gestalt hat, ist die Frage, die der Audioguide für das Ende des Rundgangs aufhebt.

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